Surfen lernen auf der stehenden Welle

Surfen lernen auf der stehenden Welle

Surfen – irgendwie war es immer schon ein Traum von mir mal auf einem Surfboard zu stehen. Doch leider hat es sich nie so richtig ergeben. Klar als Münchnerin fährt man Ski, hat auch das Snowboarden ausprobiert und ist auch schon mal auf einem Wakeboard gestanden. Aber Surfen…

Klar, es gibt die Welle am Eisbach und an der Floßlände, aber wenn man so gar niemanden kennst, der dort surft, ist der Einstieg doch recht schwierig.

Als ich aber erfahren habe, dass nicht unweit von uns die erste stehende Indoor-Welle gebaut wird, da habe ich mir fest vorgenommen das auszuprobieren. Mein Freund war genauso begeistert und so haben wir recht spontan nach der Eröffnung einen Einsteiger-Surfkurs gemacht und naja, was soll ich sagen, wir sind mittlerweile mindestens einmal die Woche auf der Welle zu finden.

Klick gemacht hat es, nachdem ich das erste 10 Sekunden frei auf dem Board gestanden bin, da war klar, das will ich richtig lernen!

Der Surfkurs bzw. die Einsteiger-Stunde

In der Jochen-Schweizer-Arena, in der die Welle steht, kannst du entweder einen Surfkurs oder eine Einsteigerstunde machen.

Der Surfkurs beginnt mit einer 45-minütigen Einsteigerstunde, wird aber dann noch um ein Theorie erweitert, die du in den zweiten 45 Minuten direkt umsetzten kannst. Ich denke es ist Geschmacksache, was man wählt, denn theoretisch ist eine Einsteigerstunde auch ausreichend. Ich habe mich aber im Surfkurs sehr wohl gefühlt.

Als Ausrüstung musst du erstmal nur einen Bikini/Badeanzug oder eine Badehose und natürlich Sachen zum Duschen mitbringen. Alles andere, also Wetsuit und Surfboard, wird dir gestellt.

Und dann geht’s los. Nach dem Einchecken ziehst du dich um und alle Teilnehmer treffen sich bei den Wetsuits, von denen dir einer zugeteilt wird. Dann erklärt dir die Surflehrerin/der Surflehrer die Basics zum Verhalten an und in der Welle, die vor allem für deine Sicherheit notwendig sind:

  • BEVOR du auf dein Surfboard steigst, immer schauen, dass dein Vorsurfer fit und munter im Becken hinter Welle gelandet ist.
  • IMMER den Kopf mit den beiden Armen schützen, wenn man von der Welle den Abgang macht. Auch wenn auf Softboards gesurft wird, können die am Kopf doch sehr wehtun, von den Finnen ganz zu schweigen. Mittlerweile mach ich das schon automatisch und es hat mich bestimmt schon vor der ein oder anderen Beule bewahrt.
  • Falls du tatsächlich in die “Waschmaschine” der Welle gerätst und nicht direkt nach oben kommst, nicht in Panik verfallen, sondern lang strecken und bewegen. Damit solltest du dich selbst befreien können. Und wenn der Surfer, der nach dir dran war, seinen Job (siehe erster Punkt) richtig gemacht hat, sollte die Welle auch schon aus sein, denn dafür gibt es natürlich einen Notfallknopf.

Was? Du willst jetzt aufhören, weil du vielleicht Angst bekommen hast? Ich persönlich habe mich in einem Sport noch nie so sicher gefühlt, denn die meiste Zeit fällst du sanft ins WhiteWater hinter der Welle. Wenn ich da ans Skifahren denke…für mein Empfinden viel gefährlicher.

Nachdem alles erklärt wurde, teilt die Surflehrerin/der Surflehrer dir ein Board zu. Ich hatte als erstes eines der Großen, denn darauf kannst du erstmal super lernen das Gleichgewicht auf dem Board zu halten. Dann wird noch geklärt, wie rum du auf dem Board stehst. Ich wusste schon vom Snowboarden, dass ich “goofy” (also das rechte Bein vorne, bei “regular” ist dein linkes Bein vorne) draufstehe. Falls dir das nicht klar ist, hilft die die Surflehrerin/der Surflehrer  dabei.

Dann wird sich auf der entsprechende Seite angestellt, so dass du immer auf die Welle schaust. Merke dir am besten deinen Vorsurfer, dann weißt du immer wann du dran bist. Grundsätzlich wird immer abwechselnd von jeder Seite gesurft, bei einem großen Unterschied der Anzahl der Surfer, wird es so aufgeteilt, dass es gerecht ist.

In den ersten 15 Minuten wird eine Stange über die Welle montiert. Dann hilft dir die Surflehrerin/der Surflehrer mit dem Einstieg. Dabei setzt du dich zunächst hin, OHNE die Beine ins Wasser zu hängen, sonst wird es schwierig sie AUF das Board zu bekommen. Die Surflehrerin/der Surflehrer legt dir nun das Board ins Wasser und du stellst die Füße drauf. Den Hinteren möglichst weit hinten in einem 90-Grad-Winkel zum Board, den Vorderen leicht schräg nach vorne. Nun rutscht du (noch sitzend) ein Stück nach vorne und stehst mit Hilfe der Surflehrerin/des Surflehrers auf und hältst dich an der Stange fest. Hier siehst du wie es geht.

Du surfst! Wenn du einigermaßen sicher stehst, kannst du versuchen die Stange loszulassen, denn nach ungefähr drei Runden, kommt die Stange weg und dann heißt es alleine stehen. Die Surflehrerin/der Surflehrer hilft dir wieder auf das Board und auch noch etwas während du stehst, aber dann heißt es alleine Surfen, wie zum Beispiel hier.

Und da kam für mich der Moment, als es “Klick” gemacht hat! Ich wusste, das will ich unbedingt richtig lernen!

Klappt das alles schon gut, geht es daran, dass du lernst, alleine auf die Welle zu kommen. Das Board hältst du dabei mit deiner vorderen Hand recht weit oben an der Rail (das ist die “Kante) und legst es mit dem hinteren Teil oben auf die Welle. Hinsetzten…Füße auf’s Board…sitzend vorrutschen…unter Festhalten aufstehen…loslassen….fertig. Jetzt bist du autark!

Ziemlich schnell sind die ersten 45 Minuten rum. Falls du eine Einsteigerstunde gebucht hast, heißt es es jetzt Wetsuit ausziehen, ab unter die Dusche und dann entspannen.

Beim Surfkurs hat man erstmal 10 Minuten Pause und kann etwas trinken (glaub mir, du hast Durst). Weiter geht’s dann mit ein wenig Theorie und Fachbegriffen und dann nochmal 45 Minuten auf die Welle (ich bin übrigens hier schon auf ein kleineres Board umgestiegen). Da war ich schon richtig platt.

Freue dich nun auf den nächsten Tag, du wirst dich nicht viel bewegen können, aber das vergeht ziemlich schnell, denn du willst bestimmt gleich wieder auf’s Board (so war es jedenfalls bei mir) und mit ein wenig Regelmäßigkeit bleibst du auch vor Muskelkater verschont.

Die Fortgeschrittenen-Stunde

Da du bereits nach der erste Stunde keine Stange mehr brauchst, kannst du dich gleich in der Fortgeschrittenenstunde anmelden. Und dann heißt es üben, üben, üben.

Stehst du einigermaßen sicher auf dem Board, geht es daran die Turns zu üben. Oberstes Gebot, schau dahin, wo du hinmöchtest…niemals aber auf die Boardspitze, glaube mir, das hilft. Also, erst den Kopf drehen, dann den vorderen Arm in die Richtung, in die du möchtest. Beim Rückwärtsturn zeigt dabei die Handfläche nach oben, sonst blockiert die Schulter, und dann kommt die Hüfte auch schon fast automatisch mit.

In dieser Stunde ist immer ein Surflehrer in deiner Nähe, denn du auch nach Tipps fragen kannst. Genial ist es, wenn eine Freundin/Freund/Familie mal zuschaut und dich filmt. Daraus kannst du auch sehr viel lernen.

Neben den Turns war es für mich auch wichtig gut in die Welle starten. Mit der oben beschriebenen Methode dauert es schon sehr lange und dir fehlt der Schwung. Am Ende sollte es so aussehen, dass du vom Sitzen aus, direkt in die Welle startest. Auch hier heißt es üben, üben, üben.

Die Pro-Stunde

Nach gut zwei Monaten war ich dann soweit, dass ich ab und zu auch mal in der Pro-Stunde mitgesurft bin (wenn nicht soviel los war) und habe mir vor kurzem mein eigenes Board bestellt. Ich freue mich schon riesig darauf, es ausprobieren zu können.

Und so sieht das Ganze dann übrigens in Perfektion von der Europameisterin Janina Zeitler aus:

Ich hoffe du hast jetzt genauso viel Lust aufs Surfen bekommen, wie ich und falls ich noch Dinge vergessen habe, die dich brennend interessieren, würde ich mich über einen Kommentar freuen.



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